Weitere Infos vom Bäderverein zum Offside Open

Als gestern die Bombe platzte, kam das schon ziemlich überraschend. Heute morgen waren dann in der Rheinischen Post ausführlichere Informationen rund um das Geschehen zu finden.

Im Großen und Ganzen trifft der Bericht in der Rheinischen Post wohl auch den Kern des Problems. Der Bäderverein begründet seine Absage an die Versanstalter vor allem mit fehlenden Sicherheiten, und zwar sowohl für Schäden an den Anlagen des Freibades als auch für Personenschäden durch Unfälle oder Ähnliches. Die Veranstalter sahen sich nicht in der Lage eine enstprechende Bankbürgschaft in Höhe von 50.000 € zur Deckung solcher Schäden zu stellen. Zwar gab es mündliche Zusagen der Städte Straelen und Geldern, das Freibadgelände nach dem Festival entsprechend wiederherzustellen, das allerdings ging dem Bäderverein nicht weit genug. Man wollte dies (verständlicherweise) vertraglich besiegeln.

Die auf der Website des OffsideOpen Festivals verkündete Begründung rund um die Eichenprozessionsspinnerraupen ist offensichtlich etwas aus der Luft gegriffen. In einem längeren Telefongespräch heute morgen versicherte uns René de Jonge, Vorsitzender des Bädervereins, daß die Eichenprozessionsspinner nichts mit der Entscheidung zu tun hätten. Das Freibadgelände würde ständig überwacht und gefundene Nester sofort entfernt. Vermutlich läßt sich eine derartige Begründung jedoch besser öffentlich darstellen als Meinungsverschiedenheiten über Vertragsdetails.

René de Jong äußerte weiterhin, daß man dem Festival zwar vom Beginn an sehr positiv gegenüber eingestellt war, jedoch sei es nicht richtig, daß er oder der Verein bereits weitreichende Zusagen gemacht hätten, zu denen sie jetzt nicht stehen würden.

Auch mutet es etwas seltsam an, daß dem Verein weite Teile des Risikos auferlegt werden sollten. Auf der anderen Seite hingegen wäre der Verein in diesem Jahr finanziell leer ausgegangen, denn eine Beteiligung am Eintrittspreis oder Getränke- und Essenverkauf war - zumindest für das erste Jahr - nicht vorgesehen.

2 Beiträge

  1. Hans-Peter Gooren

    Offside Open nun nicht im Freibad….

    …ich hatte das Projekt OO als musikbegeisterter Mensch interessiert verfolgt und beim Vorsitzenden des Bädervereins hin und wieder nach dem aktuellen Projektstatus gefragt.

    Nach meinen Informationen war der Bäderverein in der Entstehungsphase nicht ernsthaft in der Projektplanung eingebunden. Es hatte erste Kontakte zwischen Veranstalter und Bäderverein gegeben und die grundsätzliche Bereitschaft, das Gelände zur Verfügung zu stellen, war seitens des Bädervereins signalisiert worden.

    Als es dann an eine belastbare Ausgestaltung der Details ging, waren es hier wohl eher die Veranstalter, die ihre Hausaufgaben nicht gemacht haben. Ein gültiger Vertrag war bis zum letzten Wochenende nicht unterschrieben, aber die Werbetrommel wurde schon mal kräftig gerührt und Sponsoren waren auch schon verpflichtet.

    Ich bin in der IT-Branche in der Qualitätsicherung tätig und erlebe des öfteren, dass in einem Projekt Konflikte bzw. Probleme, die am Anfang bereits bekannt, aber nicht ernsthaft diskutiert und ausgeräumt werden, den Projektmanager in späteren Projektphasen, meist kurz vor der Fertigstellung einholen und das Projekt scheitern lassen.

    Zu jedem Projekt gehört Risikomanagement. Der Vorstand des Bädervereins hat das Risikomanagement ernst genommen. Der Veranstalter hat die notwendigen Sicherheiten nicht liefern können/wollen und muss die Konsequenz nun verantworten.

    Den schwarzen Peter beim Vorsitzenden des Bädervereins abzuladen, finde ich genauso neben der Spur, wie die beiden Artikel dazu in der RP von Herrn Klatt.
    Da war wohl eine ganze Menge Enttäuschung und Wut mit von der Partie.
    Aber mal ehrlich, wer glaubt schon was in der Zeitung steht?

    Sei es drum, ich befürworte (nach den Informationen, die ich habe) die Absage des Bädevereins an das Offside Open und wünsche dem Veranstalter für das Offside Open an seinem Ausweichort Erfolg und ein funktionierendes Risikomanagement.

    Hans-Peter Gooren

  2. Stephan Sauter-Vallen

    Hallo,
    ich kann mich der Meinung von Hans-Peter nur anschliessen. Auch ich bin einer derjenigen, die seit einigen Jahren (mal mehr, mal weniger) Zeit und Herzblut in das Walbecker Schwimmbad investiert haben. Die Schilderungen Hans-Peters über die Verhandlungen treffen, meines Wissens nach, volkommen zu.

    Merkwürdig erscheint mir auch der Hinweis auf die EPS. Die sind im ganze Raum Geldern zu finden. Bin ja schon jetzt gespannt, ob das Ersatzgelände (das ja immer nioch nicht benannt wurde, Tip von mir “Holländer See”??) frei von Eichen und somit auch von ESP ist.

    Was die Presse (hier besonders die RP) angeht, bin auch ich zutiefst enttäuscht, aber auch wütend (mir sind da einige Dinge bekannt, die nicht unbedingt hierher gehören) über die doch recht einseitige Berichterstattung. Aber, man sollte auch nicht vergessen, dass die RP eben auch ein eigenes Interesse an der Veranstaltung hat.

    Ich habe gestern noch mit Herrn Klatt telefoniert und ihn darauf hingewiesen, dass ich es für absolut unverschämt halte, die gesammelte “Wut” auf Rene de Jong zu fokussieren. Er ist der Vorsitzende des Vereins, aber nicht der allein Entscheidende.

    Zum guten Schluss dann aber noch etwas, dass ich nicht so ganz verstehe. Es wurde immer wieder gesagt, dass keine Steuergelder für die Veranstaltung fliessen sollte. Dann liest man aber in der Zeitung, der Bauhof und das Grünflächenamt würden sich um das Wiederherstellen des Geländes kümmern. Äh, wer bezahlt den die. Meines Wissens nach der Steuerzahler. Und da die Beschäftigten ja bestimmt voll ausgelastet sind, müssten sie ja, allen Betriebswirtschaftlichen Regeln nach Überstunden leisten, um die zusätzliche Arbeit zu erfüllen! Keine Steuergelder?

Beitrag schreiben: