Haubis neue Heimat

Bei unglaublichen Geschichten von Anglern vermutet man meist eine antike Sprache namens Latein. Was Axel Köhler aber Mitte des Jahres wiederfahren ist, eignet sich eher als eine abendfüllende Geschichte für seine kleine Enkeltochter. Im Sommer traf er zusammen mit seinen Angel-Freunden auf der Maas auf ein kleines Küken, das einsam seine Bahnen zog. „Als das Küken total erschöpft schien, schwamm es geradewegs auf uns zu und schmiegte sich in meine ausgestreckte Hand.“ Und damit war der KFZ-Meister, der in Walbeck seine Werkstatt betreibt, als Ziehvater annektiert. Fortan versorgte Axel Köhler den kleinen Haubentaucher mit Futter und Nestwärme. Ein kleiner Wäschekorb mit etwas Stroh diente als Nest. Mit Fischstücken aus dem frischen Fang begann Axel Köhler, das kleine Tier zu füttern: „Man konnte zusehen, wie es zu Kräften
kam, aber es war nicht mehr dazu zu bewegen, meine Hand zu verlassen.“ Seitdem wohnt das Haubentaucherkind in Walbeck: entweder bei den Köhlers im Garten oder auch schon mal, wenn es gar nicht anders geht, in der Werkstatt.

Zusammen mit den fünf Hunden und vier Pferden wuchs Haubi, wie er nun liebevoll getauft wurde, immer mehr heran. Bei der Ursachenforschung, warum Haubi von seiner Familie verstoßen wurde, fand Axel Köhler beim Tierarzt: Der diagnostizierte ein gebrochenes Bein, denn Haubi zog seinen linken Paddel stets hinter sich her. Durch die Pflege seines Ziehvaters aber konnte dieses Malheur geheilt werden. Axel Köhler informierte sich intensiv über die Lebensweise der Haubentaucher. So fand er heraus, dass diese Tiere ihre Nahrung unter Wasser fischen. Die Mutter pickt dann ihr Junges am Hinterkopf um es zum Fressen zu animieren. „Also habe ich es am Hinterkopf angestupst“, folgerte der KFZ-Meister. Im Plastik-Swimming-Pool fischt der Vogel inzwischen seine Köderfische selbst.

Inzwischen geht Axel Köhler mit Haubi angeln. „Ich setzte ihn aus, und nach einigen ausgedehnten Schwimmrunden kehrt er immer wieder zurück.“ Mittlerweile wurde Haubi zum Starvogel aus Walbeck: neben Zeitungsberichten kam sogar ein Fernsehteam des WDR vorbei, um einen Bericht über das gefundene Haubentaucher-Küken zu machen. Inzwischen hat Axel Köhler den ersten Versuch, Haubi aus zu wildern, wieder abgebrochen: Im Plantaria in Twisteden fühlte sich der Vogel so unwohl, dass sein Ziehvater ihn nach einigen Tagen wieder nach Hause holte. Und so dreht Haubi im Garten der Köhlers weiter seine Runden, oder er begleitet Axel Köhler beim Angeln. Es scheint, als sei dies der Anfang einer langen Freundschaft…

Haubi

Haubi

Haubi

3 Beiträge

  1. charlotte amitie

    Der Name ist ja der Spitze! Ich mag Haubi auch, obwohl Hubi ist also was schönes…
    Im Park neben unser Haus gab auch manchmal Spatzenküken, aber die sind seit einigen Jahren nicht zurückgekommen. Schade

  2. Isa @ make-your-deal

    Da kann ich auch einige geschichten von unseren Katzen erzählen, die haben auch schon mal das eine oder andere Kleintier mitgebracht zum “spielen”… Ich nehme sie ihnen dann immer ab, weil sie mir dann leid tun, auch wenn es ja eigentlich der Lauf der Natur ist. Dann wird die Maus oder der Vogel wieder aufgepäppelt und frei gelassen, sofern es keine Katze mitbekommt ;)

  3. Tanja Köhler

    Das ist mein Papa !!!!

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