Proklamation

Die Proklamation der 1. Spargelprinzessin von Walbeck

Als Herold mit hochgeselligem Mund
tu ich zu wissen hiermit euch kund
daß die Bürger in unserem Ort
- bewehrt schon seit je in Taten und Wort -
sind entschlossen zu küren mit lautem Hurra
die Spargelprinzessin Erika.

Schon seit langen sechshundertfünfzig Jahren
hier Rittersleute beheimatet waren.
Das bekundet die Wetterfahne vom Turm
auf Walbecks Schloß in Regen und Sturm.
Und wir begründen nun heute den Brauch,
dass Prinzessinnen passen zum Spargel auch.

Jahrhunderte langsam die Zeit verstrich,
und selten durch Walbeck ein Fremder schlich.
Weil der Boden so mager, lebten die Bauern in Not,
und Hunger und Krankheit verfrühten den Tod.
Das Schmuggeln gehörte zum Alltag bald,
sonst war auch nichts los im Walbecker Wald.

Von Nideggen, von der Eifel her
so berichtet die Chronik uns zur Lehr -
habe hier auf Walbecks Herrlichkeit
der Schenk die Ritterstochter gefreit.
Nach diesem Schenk ist die Straße benannt
in der Nähe vom Schloß, im Walbecker Sand.

Und ein Glücksfall, dass da ein Jacob Klein
um Neunzehnhundert in Walbeck zog ein.
Sein Sohn, Offizier im preußischen Heer,
diente beim Kronprinzen, suchte dort Ehr.

Er kam vom verlorenen Krieg als Major
und stellte in Walbeck den Spargel nun vor.
Im verkommenen Schloß im Walbecker Land
mit Frau und zwei Kindern er Wohnung fand.

Die Not macht oft schlau, und es wuchs der Plan,
und so fing bei uns hier der Spargelbau an.
Es gelang, was geplant, unser Spargel bracht Geld.
Wir warten auf Kundschaft aus aller Welt.
Voll Stolz trägt im Körbchen die Spargelmagd,
was der Fleiss dem Boden hat abgejagt.

Die Vorsorge wird vom Arzt angepriesen.
Versucht es doch mal mit “Spargelgeniessen”.

Was Bier und Wein für das Gemüt,
der Spargel ist für das Geblüt.

Er scheucht die Viren aus dem Blut,
bei Jung und Alt er Wirkung tut.

Es preise nun an unsere Erika
den Spargel von Walbeck in Fern und Nah!

Idee: Inge Klein-Walbeck
Dichter: Heinrich Küsters